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Karriere   Karriere für Frauen - Tipps
03.06.2005 von Lisa-Maerz

Frauen machen Karriere

Quelle: http://www.jobpilot.de


Wenn Frauen Karriere machen wollen, dann läuft so manches anders - das ist eine Binsenweisheit. Noch immer werden Frauen für gleiche Arbeit schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen, noch immer stehen die Chancen aufzusteigen schlechter, auch wenn eine Frau die gleichen Qualifikationen wie ein männlicher Konkurrent zu bieten hat.

Größtes Karrierehindernis für Frauen ist die Tatsache, dass sie nach wie vor in erster Linie für Kinder und Küche zuständig sind und die Partner allenfalls mithelfen - ganz selten nur den gleichen Anteil an der Hausarbeit und Kindererziehung übernehmen. Hinzu kommt, dass Frauen die Karriereplanung oft nicht strategisch genug angehen. 7 Schritte sind wesentlich:


Schritt 1: Zielsetzung
Schritt 2: Stellen Sie Forderungen
Schritt 3: Werbung in eigener Sache
Schritt 4: Lernen Sie, nein zu sagen
Schritt 5: Perfektionismus aufgeben
Schritt 6: Unterstützung suchen
Schritt 7: Herausforderungen annehmen

Checkliste

Schritt 1: Zielsetzung
Viele Frauen wissen gar nicht, wohin es beruflich gehen soll. Doch Karriereplanung funktioniert nur, wenn Sie das Ziel klar benennen können. Überlegen Sie einmal: Was möchten Sie in fünf Jahren erreicht haben? Machen Sie sich ein Bild von dem, wohin die Reise gehen soll. Entwickeln Sie eine Vision. Diese hilft Ihnen, auch Durststrecken zu überstehen. Stellen Sie sich vor, wie schön es sein wird, wenn Sie am Ziel Ihrer Träume sind. Solche Gedanken beflügeln und geben die immer wieder erforderliche Motivation. Wichtig ist, dass Ihr Ziel lohnenswert ist, sonst macht es Ihnen schon nach kurzer Zeit keinen Spaß, "dranzubleiben". Und überlegen Sie, wie Sie Ihr großes Ziel in kleine Zwischenschritte unterteilen können.

Schritt 2: Stellen Sie Forderungen

Warten Sie nicht darauf, dass man Ihnen einen größeren Verantwortungsbereich, ein reizvolles Projekt oder neue Aufgaben überträgt oder dass Ihnen der Chef von sich aus eine Gehaltserhöhung gewährt. Das müssen Sie schon selbst einfordern. Für den Erfolg Ihrer Forderungen ist es wichtig, dass Sie ...
sich mit überzeugenden Argumenten auf ein Gespräch mit Ihrem Chef vorbereiten.
selber an sich glauben.
Ihre bisherigen Erfolge und Leistungen kennen und nennen können.
Ihrem Vorgesetzten verdeutlichen, welche Vorzüge es für ihn hat, wenn Ihre Forderungen erfüllt werden.

Schritt 3: Werbung in eigener Sache

Sorgen Sie dafür, dass Ihr berufliches Umfeld bemerkt, wie gut Sie sind. Auch wenn es Ihnen albern vorkommt, sprechen Sie trotzdem mit Ihrem Vorgesetzten ausführlich über Ihre Erfolge und Leistungen. So wird man auf Sie aufmerksam und Sie empfehlen sich für neue Aufgaben bzw. Positionen. Sie sollten sich nicht scheuen, massiv Werbung in eigener Sache zu betreiben. Halten Sie Vorträge, melden Sie sich in Konferenzen zu Wort, werden Sie in Organisationen und Verbänden aktiv.


Schritt 4: Lernen Sie, nein zu sagen

Sagen Sie oft "ja", ob wohl sie eigentlich "nein" meinen? Dann verhalten Sie sich wie viele Frauen, die darauf trainiert sind, die Bedürfnisse anderer wichtiger zu nehmen als die eigenen. Wenn Sie Karriere machen wollen, müssen Sie lernen, auch mal "nein" zu sagen, um sich deutlich abzugrenzen. Wenn Sie immer "ja" sagen und z.B. die vielen Zusatzaufgaben der Marke "Kannst du mal schnell" annehmen, werden Sie zu den wirklich wichtigen und interessanten Projekten, die Sie vorwärts bringen, gar nicht kommen. Sagen Sie "nein", um zu verdeutlichen, dass man mit Ihnen nicht alles machen kann. Sie werden sehen: Die Achtung der anderen vor Ihnen steigt - auch wenn Ihr Umfeld im ersten Moment nicht erfreut sein wird, dass Sie plötzlich Zusatzaufgaben, Hilfeleistungen etc. ablehnen. Beim Neinsagen kommt es vor allem auf das Wie an: Zeigen Sie Verständnis für die Bitte des Gegenübers, aber sagen Sie deutlich "nein". Eine Bedenkzeit wäre von Nachteil, weil der andere sich dann verständlicherweise noch Hoffnung macht. Wenn Sie gleich klipp und klar ablehnen, weiß Ihr Kollege oder Chef, woran er ist. Wichtig ist, dass Sie auch begründen können, warum z.B. die Zusatzaufgabe nicht mehr zu bewältigen ist. Können Sie darüber hinaus noch eine Alternative anbieten, (z.B. eine Telefonnummer oder Unterlagen, die Ihrem Gegenüber weiterhelfen) unterstreichen Sie Ihren guten Willen.

Schritt 5: Perfektionismus aufgeben

Jeder Mensch hat das Recht, Fehler zu machen - Sie auch. Erwarten Sie nicht von sich, immerzu alles vollkommen richtig zu machen. Vergessen Sie's: Das wird nicht klappen. Wer von sich permanent perfekte Ergebnisse fordert, blockiert sich selber. Die Messlatte liegt dann so hoch, dass man eigentlich nur scheitern kann. Wichtig ist auch, dass Sie Fehler nicht als schreckliche Katastrophe betrachten, sondern als Chance. Denn wenn etwas schiefläuft, können Sie daraus lernen.

Schritt 6: Unterstützung suchen

Pflegen Sie Ihre Freundschaften, um seelisch ausgeglichen zu bleiben. Es ist wichtig, Menschen um sich zu haben, die einen mögen, weil man so ist, wie man ist - unabhängig von Leistung oder Geldbeutel. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass Sie sich in Ihrem beruflichen Umfeld Unterstützer suchen. Manche Unternehmen bieten für Berufseinsteiger Mentoren an, die sich um den "Neuling" kümmern und ihn fördern. Ist das in Ihrer Firma der Fall? Ansonsten bleibt Ihnen auch die Möglichkeit, auf eigene Faust einen Mentor bzw. eine Mentorin zu suchen. Gibt es vielleicht einen älteren leitenden Mitarbeiter, der am Ende seines Berufslebens noch einmal unterstreichen möchte, wie fortschrittlich er ist und der von daher gern eine Mitarbeiterin unterstützen würde? Vielleicht gibt es ja auch eine weibliche Vorgesetzte, die aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es für Frauen ist, nach oben zu gelangen und sie lässt Sie von ihren Erfahrungen profitieren?

Sie sollten sich zudem überlegen, ob Sie nicht einem Netzwerk für Frauen beitreten. Mittlerweile gibt es in der Bundesrepublik weit über 300 dieser Verbindungen, in denen Frauen sich gegenseitig helfen, Karrieretipps geben, Jobs vermitteln etc. Adressen von diesen Kontaktbörsen finden Sie unter anderem unter der Internetadresse: www.woman.de

Schritt 7: Herausforderungen annehmen

Die Angst vor Veränderungen ist bei vielen Frauen (und einigen Männer) groß. Auch wenn Sie mit Ihrer beruflichen Situation unzufrieden sind, verharren sie trotzdem in ihrer Position, weil man ja nicht wissen kann, wie es an einem neuen Arbeitsplatz sein wird. Kommt man mit der Arbeit zurecht? Wie versteht man sich mit den Kolleginnen und Kollegen? Die mangelnde Risikobereitschaft führt auch dazu, dass Frauen oft extrem lange zögern, wenn man ihnen eine neue, interessante berufliche Herausforderung anbietet. Statt stolz anzunehmen, erbitten sie sich eine lange Bedenkzeit, um dann - was nicht selten ist - doch noch abzusagen. Die Gründe: Neben Versagensangst und der Unklarheit über die neue Situation kommt noch hinzu, dass Frauen oft nicht mehr mit der Unterstützung ihres Partners zu Hause rechnen können. Und wenn der Mann bzw. die Familie nicht mitzieht - das wissen Frauen - dann klappt es auch nur schwer mit der Karriere.

Die Ängste von Frauen sind berechtigt und sollen auch nicht kleingeredet werden. Wenn auch Sie solche Überlegungen kennen, sollten Sie sich aber ganz ehrlich fragen: Sind die Gründe, die möglicherweise gegen die neue Herausforderung sprechen, real existierende oder möglicherweise nur vorgeschobene, um gar nicht erst in die Verlegenheit zu kommen, sich ernsthaft über das Angebot Gedanken machen zu müssen? Überlegen Sie, ob nicht auch im privaten Umfeld Unterstützer eine Alternative bieten (Großeltern, Haushaltshilfe, Freunde etc.). Bei der Frage, ob man sich der neuen Herausforderung stellt, kann auch der Kontakt zu einem Netzwerk (s.o.) sinnvoll sein. Hier treffen Sie auf Frauen in ähnlichen Situationen, die Ihnen sicher mit hilfreichen Tipps und Ideen zur Seite stehen.


Checkliste
Welches ist Ihr Ziel? Was möchten Sie in fünf Jahren erreicht haben?
Fordern Sie, was Ihnen zusteht.
Machen Sie auf Ihre Leistungen aufmerksam. Sorgen Sie dafür, dass die anderen merken, wie gut Sie sind.
Sagen Sie nicht "ja", wenn Sie eigentlich "nein" meinen.
Versuchen sie nicht, perfekt zu sein. Fehler sind keine Katastrophe.
Suchen Sie Unterstützerinnen und Unterstützer. Treten Sie einem Netzwerk bei, halten Sie Ausschau nach einem Mentor bzw. einer Mentorin.
Nehmen Sie Herausforderungen an. Zögern Sie nicht zu lange, wenn man Ihnen ein interessantes berufliches Angebot macht.




(Interview: Meike Müller)

Meike Müller
Journalistin und Kommunikationstrainerin
für beruf + konzept, Berlin

Texte auszugsweise



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