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Zwischenmenschliches
16.02.2005 - 10:03

Streiten ist wichtig - aber richtig!

Als Kinder haben wir gelernt, dass wir uns nicht streiten sollen. Aber später haben wir erfahren, dass es eben doch manchmal sein muss.
Je enger das eigene Leben mit dem des Partners verbunden ist, desto mehr Themen kommen auf, über die man streiten könnte: Kinder, Erziehung, Geld, Arbeit, usw.
Ein fairer Streit, bei dem tatsächlich etwas anderes herauskommt als verletzte Gefühle - gibt es das? Ja, denn richtiges Streiten kann man (frau) lernen...
Ein konstruktiver und respektvoller Streit kann zum besseren Verständnis und zu mehr Akzeptanz des Partners führen.


Respekt:

Der erste Schritt zu einem effektiven Streit ist gegenseitiger Respekt. Vermeiden Sie, den anderen zu belächeln, zu beschuldigen oder zu erniedrigen, denn ein persönlicher Angriff bewirkt sofort, dass die Auseinandersetzung sich in eine falsche Richtung entwickelt.
Statt die Person anzugreifen, kritisieren Sie lieber deren Handlung. Zum Beispiel, Anstatt zu sagen: "Du bist egoistisch und denkst nur an dich" wenn Ihr Partner zu spät nach Hause kommt, können Sie sagen: "Es ist mir wichtig, dass du pünktlich zu Hause bist, damit wir zusammen essen können."


Bleiben Sie beim Thema :

Es ist leider sehr leicht, während eines Streits zu generalisieren und Sätze mit: Du machst nie, oder, Immer sagst du, zu beginnen. Versuchen Sie, das zu vermeiden. Die Vergangenheit sollte sowieso keine Rolle spielen, sondern nur das gegenwärtige Streitthema. Sobald Sie etwas als Argument anführen, das früher geschehen ist, steht nicht mehr die Auseinandersetzung im Mittelpunkt, die Sie gerade mit dem Partner haben.


Stellen Sie Regeln auf:

Es gibt keine konfliktfreie Beziehung. Wenn Sie und Ihr Partner sich über diesen Punkt einig sind, am besten, während Sie nicht streiten - können Sie damit beginnen, die Regeln für einen Konflikt festzulegen. Das könnte zum Beispiel beinhalten, dass Sie, wenn Sie merken, dass ein Streit nicht zu vermeiden ist, ein, zwei Stunden getrennt voneinander verbringen, oder, wenn es Ihren Bedürfnissen mehr entspricht, zusammen einen Spaziergang machen.


Die heiße Phase:

Niemand ist perfekt. Manchmal gerät auch der fairste Streit außer Kontrolle, und beiden Parteien reißt der Geduldsfaden. Schätzen Sie die Situation richtig ein und verlassen Sie den Raum. Manchmal hilft eben nur Distanz, bevor im Eifer des Gefechts Dinge gesagt werden, die vielleicht nicht so gemeint sind, aber dennoch dauerhaften Schaden anrichten, weil sie extrem verletzend sind.


Sie sollten:

- Ihren Partner darauf aufmerksam machen, wenn er die Stimme hebt und lauter wird.
- versuchen, Ihren Partner zu berühren. Das kann die Situation entspannen.
- Ihren Partner, wenn der Streit vorüber ist, fragen, was Sie hätten tun können, um den Konflikt zu entschärfen.
- sich ganz deutlich versöhnen, besonders vor Ihren Kindern. Kinder müssen verstehen, dass es okay ist, wenn ihre Eltern sich streiten, wenn dadurch ein Kompromiss oder ein Entschluss gefasst wird und hinterher wieder Frieden einkehrt.


Sie sollten vermeiden:


- die ganze Nacht wach zu bleiben. Häufig ist es ratsamer, den Streit zu unterbrechen, Schlaf zu bekommen, um am nächsten Tag die Diskussion mit einem klaren Kopf zu beenden.
- andere Parteien in den Streit mit einzubeziehen. Es ist immer besser, wenn die Argumentation dort bleibt, wo sie ihren Ursprung hat.
- sich zu physischer Gewalt hinreißen zu lassen. Egal, wie heftig der Streit ist - diesen letzten Schritt darf niemand gehen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie sich nicht mehr kontrollieren können, sollten Sie professionelle Hilfe in Form einer Therapie suchen.




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